© Foto: Heiner Leiska

Weiterbauen X

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!!! Anmeldebeginn: 24. April 2014 !!!


Bereits im zehnten Jahr widmen sich die Freie Akademie der Künste, die Hamburgische Architektenkammer, der BDA Hamburg und das Denkmalschutzamt Hamburg in der Reihe „Weiterbauen“ beispielhaften Nach- und Umnutzungskonzepten denkmalgeschützter Bauten der Hansestadt. Ein kleines Jubiläum.
Nach wie vor erfreut sich die Reihe großer Beliebtheit, und auch das Jubiläumsprogramm hält wieder eine Reihe, zum Teil kurioser Nutzungsänderungen parat.
Am hintergründigsten vielleicht der Umbau einer Jugendarrestanstalt zum Amtsgericht - inklusive der Umwandlung ehemaliger Zellen in Richterzimmer.
Dazu die Verwandlung eines Flakbunkers in ein Kraftwerk mit Wärmespeicher, die Revitalisierung eines städtischen Altenheims durch Umwandlung in familiengerechten Wohnraum sowie die Erweiterung der technischen Universität Hamburg Harburg unter Miteinbeziehung einer ehemaligen Kaserne.
Als nutzungsfortführend oder -ergänzend  zeigen sich hingegen die Erweiterung des Kaiser-Friedrich-Gymnasiums um eine Mensa, die Öffnung der „Kaisergalerie“ hin zum Bleichenfleet bei gleichzeitiger Wiederaufnahme des Einzelhandels, die Sanierung und Erweiterung der Kirche St. Ansgar in Niendorf sowie die Rettung eines 1889 erbauten und zuletzt akut abrissbedrohten Wohnhauses am Elbhang durch die behutsame Anpassung an heutige Wohnansprüche.


Mittwoch, 7. Mai 2014, 16 Uhr
Energiebunker Wilhelmsburg
Mit Kai Dietrich, IBA Hamburg GmbH und Albert Schett, Denkmalschutzamt Hamburg.
Der 1943 errichtete, von der britischen Armee im Inneren zerstörte ehemalige Flakbunker in Wilhelmsburg ist im Rahmen der Internationalen Bauausstellung zum Symbol des Klimaschutzkonzeptes Erneuerbares Wilhelmsburg geworden. Das seit Kriegsende nahezu ungenutzte, unter Denkmalschutz stehende Monument wurde saniert, als Mahnmal gesichert und zu einem regenerativen Kraftwerk mit Solarhülle auf dem Dach und an der Südfassade und einem Großwärmespeicher im Inneren ausgebaut (Architekten: Hegger Hegger Schleiff). Er versorgt nun das Reiherstiegviertel mit klimafreundlicher Wärme und speist Strom aus erneuerbaren Quellen in das Hamburger Verteilnetz ein. Im Endausbau wird der Energiebunker circa 22.500 Megawattstunden Wärme und fast 3.000 Megawattstunden Strom erzeugen. Das entspricht dem Wärmebedarf von circa 3.000 Haushalten und dem Strombedarf von etwa 1.000 Haushalten. Damit wird eine CO2-Einsparung von 95 Prozent erreicht, das sind circa 6.600 Tonnen CO2 im Jahr. Die Geschichte des Bunkers und der damaligen Bewohner des Reiherstiegviertels wird in einer Ausstellung im und am Gebäude dokumentiert. Mit dem Café vju und der Terrasse in 30 Meter Höhe bietet das Gebäude einen einzigartigen Blick über Hamburg, den Hamburger Hafen und bis zu den Harburger Bergen.


Mittwoch, 14. Mai 2014
Umbau des Wohnhauses Oesterleystraße 66
Mit Christoph Möring-Sack, ORP Architekten - Alexander Krauß, Denkmalschutzamt Hamburg - Begrüßung: Charles de Picciotto (BDA Hamburg)
Das Haus Oesterleystraße 66 wurde im Jahre 1889 für den Steinmetzmeister Marcus Max Holländer errichtet. Die Villa ist eines der ältesten an der Südseite der Oesterleystraße erhaltenen Beispiele der Bautätigkeit um 1890, als die Landbesitzungen des Großbürgertums mehrfach geteilt, und die so entstandenen Grundstücke mit Blick über das Hanggebiet bis auf die Elbe bebaut wurden. Sie steht exemplarisch für die Erschließung des Blankeneser Oberlandes als Wohngebiet in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, insbesondere für die Herausbildung des Randes des Blankeneser Hanggebiets als ein privilegierter, bürgerlicher Wohnstandort. Im vergangenen Jahrhundert hatte das Haus diverse bauliche Veränderungen erfahren: Eine Garage, ein Eingangsbauwerk mit veränderter Erschließung sowie ein zusätzliches Wohngeschoss auf der Garage wurden ergänzt, und das Haus zuletzt in mehrere Wohneinheiten aufgeteilt.
Ende 2009 sollte das Gebäude nach einem massiven Wasserschaden abgerissen und durch einen „historisierenden“ Neubau ersetzt werden. In enger Abstimmung mit den Architekten ORP und dem Denkmalschutzamt konnte der Bauherr schließlich vom Erhaltungswert des Hauses überzeugt und kreative Lösungen entwickelt werden, um den Anforderungen des Bauherrn an einen modernen Wohnsitz bei gleichzeitigem Erhalt der schützenswerten Bausubstanz gerecht zu werden.


Mittwoch, 21. Mai 2014
Ehemalige Schwarzenbergkaserne / TU Hamburg Harburg
Marion Marchel, TUHH - Jan Stolte und Martina Klostermann, gmp Architekten - Albert Schett, Denkmalschutzamt Hamburg -
Begrüßung: Charles de Picciotto (BDA Hamburg).
Nach dem Entwurf der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) entstand am Standort der ehemaligen Schwarzenbergkaserne in Harburg ein Bauwerk aus historischer und neuer Substanz. Der unter Denkmalschutz stehende Ziegelbaukomplex der Kaserne von 1871 wurde entkernt und saniert, wobei die Altbausubstanz mit den statischen Bauteilen im Inneren weitgehend erhalten blieb. Für ein repräsentatives Eingangsfoyer wurden der Hallenraum innen verbreitert und die Decken geöffnet, womit durch Lufträume in allen drei Geschossen Ein- und Ausblicke durch die ergänzten Eingangsportale in der Mittelachse geboten werden. Zwei Kuben erweitern den Flächenbestand und fügen sich in Höhe und Maßstab in die Gebäudesubstanz ein. Der Neubauabschnitt östlich des Mittelgebäudes schließt eine aus dem Zweiten Weltkrieg resultierende bauliche Lücke und bindet den Ostflügel wieder in den Komplex ein. Gegenüberliegend stellt ein kleinerer Neubauteil von Norden die Symmetrie in Ansicht und Grundriss wieder her.


Mittwoch, 4. Juni 2014, 16 Uhr
Sanierung und Erweiterung der Katholischen Kirche St. Ansgar in Niendorf
Mit Andreas Rowold, Architekt und Ursula Markfort, Denkmalschutzamt Hamburg
Die Keimzelle der Gemeinde, eine Kapelle von 1933, wurde 1962 von Karlheinz Bergholz um eine große Kirche erweitert. Das Ensemble ist inzwischen ein eingetragenes Denkmal. Kirche und Denkmal wurden im Zuge einer von der Denkmalpflege begleiteten Grundsanierung vom Architekten Andreas Rowold um einen Pronaos (Vorhalle) und eine Sakristei erweitert; das Kirchenensemble wurde behutsam weitergebaut. Hierfür wurde der bestehende Altar näher an die Gemeinde gerückt und die beiden Kirchenräume (Kirche und Kapelle) wurden voneinander räumlich getrennt. Kirche und Kapelle wurden im Inneren behutsam modernisiert. Der neue Pronaos schließt nahtlos an die verzahnten Ecken des Altbaus an; der gewählte Stein ist in seiner Haptik dem Bestand angepasst, seine Farbigkeit zeigt allerdings deutlich, dass hier etwas Neues entstanden ist. Der Raum ist entsprechend dem Konzept „Vom Dunkel zum Licht“ in gedämpftes Licht getaucht. Schmale, mit Bleiverglasung versehene Schlitze lassen das Tageslicht gefiltert in den Raum dringen. Alle Einbauten im Pronaos nehmen den historischen Außenraumbezug auf. So sind die Konsolen, der Zugang zum Orgelboden sowie die Schriftenstände in Stahl gefertigt. Die Sakristei schließt sich ebenfalls wie selbstverständlich nahtlos an das bestehende Ensemble an. Dem funktionalen Charakter der Räume haben die Architekten ein würdiges Gesicht gegeben.


Mittwoch, 11. Juni 2014, 16 Uhr
Umnutzung der Kaisergalerie als Einzelhandels-Passage
Mit Thorsten Tolk, Projektleiter Quantum AG und Christoph Schwarzkopf, Denkmalschutzamt Hamburg. Begrüßung: Horst von Bassewitz.
Die Kaisergalerie, 1907-1909 nach Plänen von Architekt Emil Grossner erbaut, ist ein besonderes Juwel inmitten der Hamburger Innenstadt. Das heute denkmalgeschützte Objekt liegt an den Großen Bleichen 23-27. Nach dem Umzug des Ohnsorg-Theaters Mitte 2011 wurde die freiwerdende Fläche von David Chipperfield Architects zu attraktiven Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss umstrukturiert. Die Kaisergalerie weist viele im Original erhaltene Stilelemente auf. Historische Säulen, Kassettendecken und Wandbekleidungen wurden freigelegt und in die Neuentwicklung integriert, so dass die Revitalisierung die historischen Elemente mit modernen Ausstattungsmerkmalen in baulicher und technischer Hinsicht kombiniert.


Mittwoch, 18. Juni 2014, 16 Uhr
Neubau Cafeteria für das Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer
Mit Martin Reichardt, Reichardt Architekten und Katrin Meyer, Denkmalschutzamt Hamburg . Begrüßung: Horst von Bassewitz.
In enger Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt wurde am Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer in Hamburg Eimsbüttel eine Schulmensa mit 180 Plätzen errichtet. Die Sitzplätze wurden in zwei Ebenen angeordnet, um den Schulhof nicht mehr als notwendig zu beeinträchtigen. Der Neubau wird begleitet von einer Umgestaltung dieses Schulhofes in enger Abstimmung mit den Schülern. Auf Wunsch der Schule soll die Mensa auch für andere Veranstaltungen genutzt werden können und ist als Versammlungsstätte ausgelegt. Herausforderungen waren der Wunsch nach Transparenz und Außenwirkung sowie die ambitionierten energetischen Anforderungen. Mit der Maßnahme einher gingen umfangreiche Umbauten im Bestand (Sanierung WC-Anlagen, Umbauten von Fachräumen, Brandschutzmaßnahmen).


Mittwoch, 25. Juni 2014, 16 Uhr
Umbau eines ehemaligen städtischen Altenheims zu Wohnungen.
Sven Hidde, Architekt - Alexander Krauß, Denkmalschutzamt Hamburg - Begrüßung: Charles de Picciotto (BDA Hamburg)
Das 1922 vom Architekten Kurt Meyer als städtisches Altersheim errichtete Gebäudeensemble umfasst acht, um einen zentralen Hof angeordnete Baukörper. Die zuletzt leer stehenden Gebäude wurden nach Plänen von Heyden Hidde Architekten für eine private Baugemeinschaft in 29 individuelle und familiengerechte Wohnungen umgebaut. In diesem Zuge wurden die Gebäude räumlich erweitert und energetisch ertüchtigt. Der zentrale Hof wird von sechs eingeschossigen Langhäusern umschlossen. Die Erschließung des Hofes erfolgt über zwei zweigeschossige Torgebäude von Osten und Westen. Der Charakter der denkmalgeschützten Anlage mit altem Baumbestand, roten Klinkerfassaden und Walmdächern war weitgehend zu erhalten, was besondere Anforderung an die thermische Sanierung stellte. Das Areal ist direkt am Lutherpark gelegen, und die stadtnahe Lage des Ensembles wird mit der Deckelung der A 7 in den kommenden Jahren noch einmal aufgewertet werden.


Mittwoch, 2. Juli 2014, 16 Uhr
Umbau und Erweiterung eines denkmalgeschützten Gefängnisbaus zu einem Verwaltungsgebäude
Joachim Wegener, Architekt, Niels Focken, Direktor des Amtsgerichts Hamburg-Wandsbek, Dietmar Ridder, Denkmalschutzamt Hamburg -
Begrüßung: Horst von Bassewitz (Freie Akademie der Künste)
Für die Erweiterung des Amtsgerichtes in Hamburg-Wandsbek wurde die 1908 erbaute, unter Denkmalschutz stehende Jugendarrestanstalt saniert und durch einen zweigeschossigen Neubau mit Tiefgarage ergänzt. Das vierflügelige Ensemble erhielt zur barrierefreien Erschließung einen neuen Haupteingang mit vorgelagerter Treppen- und Rampenanlage im Innenhof sowie einen zentralen Aufzug im Treppenauge des Haupttreppenhauses. Die strenge Gebäudestruktur aus einhüftigen Zellentrakten mit langen, in den Obergeschossen als Galerien ausgebildeten, zenitbelichteten Gängen wurde durch diskrete Gliederung in Brandabschnitte und die Zusammenlegung der schmalen Zellen zu Büros mit praxisgerechten Raumgrößen behutsam an die Erfordernisse eines öffentlichen Gerichtsgebäudes angepasst, ohne ihren Ursprung zu verleugnen. Die vorhandenen Zellenfenster der zukünftigen Büros erhielten dabei unterhalb der erhaltenen Sohlbänke ergänzende Fassadenöffnungen mit außenbündig eingesetzten Fenstern. Auf der Grundlage restauratorischer Untersuchungen wurde die historische farbliche Fassung der Innenräume wieder hergestellt und im Bereich neu hinzugefügter Bauteile ablesbar ergänzt. Der Nordflügel wird über einen flachgedeckten neuen Baukörper auf zwei Ebenen an einen bestehenden Erweiterungsbau des Amtsgerichts barrierefrei angeschlossen, der das Raumangebot mit großzügig verglasten Büroflächen und einem modernen Sitzungssaal ergänzt.


Für alle Veranstaltungen gilt:
Eine verbindliche Anmeldung ist zwingend erforderlich und
bis spätestens sieben Tage vor der jeweiligen Veranstaltung
per Fax an (040) 32 69 29 oder per eMail an .
Begrenzte Teilnehmerzahl nach Reihenfolge der Anmeldungen.
Informationen zum jeweiligen Treffpunkt erhalten Sie bei Anmeldung.
Unkostenbeitrag 5,– Euro pro Person und Veranstaltung, fällig bei Anmeldung.