Weiterbauen VI
Die Exkursionsreihe Weiterbauen, veranstaltet von der Freien Akademie der Künste, dem BDA Hamburg, der Hamburgischer Architektenkammer und dem Denkmalschutzamt Hamburg, geht nun bereits ins sechste Jahr. Das Spektrum der Objekte reicht weiter denn je: Vom Mariendom in St. Georg über das elegante ehemalige Verwaltungsgebäude der Iduna-Germania Versicherung an der Alten Rabenstrasse und dem ehemaligen Kaispeicher an der Altonaer Hafenkante bis zur Aufstockung eines Hochbunkers in Eilbek mit Luxuswohnungen. Erstmals ist unter den gezeigten Projekten mit dem „BID Hohe Bleichen/Heuberg“ auch eine Freiraumplanung und mit dem Universitätsklinikum Eppendorf wagen wir einen Blick auf die Baugeschichte einer ganzen Stadt in der Stadt.

des Programms als pdf

 

Mittwoch, 5. Mai 2010, 16 Uhr
Mariendom St. Georg
Dompropst Nestor Kuckhoff, Metropolitankapitel
Thomas Jochem , Baureferent des Erzbistum Hamburg,
Klaus Dörnen, Holger E. Junge, Ewers, Dörnen & Partner Architektur + Stadtplanung

Im Mariendom bestand vor fünf Jahren dringender Handlungsbedarf: Durchfeuchtungsschäden, Rissbildungen, Kondenswasserschäden, Schäden am Mosaik, Setzungsschäden, Durchrostungen, Feuchtigkeit im Fußboden und unzeitgemäße technische Anlagen setzten dem Gebäude zu. Nach einem Architektenwettbewerb begannen das Domkapitel, die Domgemeinde, die Architekten und Fachleute des Erzbistums ab April 2006 mit der Sanierung und Modernisierung. Fußböden und Wände wurden erneuert, verborgene Malereien freigelegt. An der Südseite entstand ein Atriumanbau. Eine kleine Taufkapelle wurde abgerissen und ein Durchgang geschaffen, der jetzt Kirche und Atriumbau mit Sakristei verbindet. Das schadhafte Apsismosaik im Chor wurde restauriert. Eine Baustelle für sich war die Sanierung und Erweiterung der Orgel, die eine neue Spielanlage erhielt und um 15 Register erweitert wurde. Im November 2008 wurde die Wiedereröffnung des Doms gefeiert.

 

Mittwoch, 12. Mai 2010, 16 Uhr
Bauliche Entwicklung des Universitätsklinikum Eppendorf
Prof. Dr. Med. A. F. Holstein, Freundes- und Förderkreis des UKE
Albert Schett, Denkmalschutzamt

Das Universitäts-Krankenhaus Eppendorf (UKE) wird seit seiner Entstehung 1889 „weitergebaut“: Die über 70 Krankenpavillons (in „Zerstreuungsbauweise“ zur Verhinderung von Infektionen) wurden bis heute laufend durch Neubauten für die medizinischen Fachdisziplinen ergänzt. Im Zweiten Weltkrieg wurden bis zu 70% der Klinikgebäude zerstört. Seit einigen Jahren fasst ein zentraler Klinikbau alle Fachdisziplinen zusammen; Forschung und Lehre sind in zwei eigenen Großbauten untergebracht. Die kubischen Baukörper sind einheitlich aus Klinker und harmonisieren mit dem Backstein der älteren Gebäude, wie den beiden Schumacher-Bauten. Im Erika-Haus von 1912 ist das „Zentrum für Kommunikation und Kultur“, im „Fritz Schumacher-Haus“ von 1913 (mit Pathologie und weiteren Disziplinen) entsteht eine „Akademie für Gesundheit mit Medizinhistorischem Museum“.

 

Mittwoch, 26. Mai 2010, 16 Uhr
Umnutzung ehemaliges Verwaltungsgebäude der Iduna-Germania Versicherung
Daniel Schroeder, Architekt
Prof. Katharina Wittich, Akademie Mode Design
Ulrich Garbe, Denkmalschutzamt

Das von Ferdinand Streb entworfene, im Jahr 1952 fertig gestellte Verwaltungsgebäude „Alte Rabenstraße 1“ ist infolge der Neuvermietung an eine privat geführte Hochschule deren Raumanforderungen angepasst worden. Hierzu wurden die sechs Geschossflächen vollständig entkernt und entsprechend dem Raumprofil der Hochschule neu aufgebaut. An der Außenfassade zur Alster sind die Fenster ausgetauscht worden; die neu eingebauten Fenster orientieren sich an den ursprünglichen Proportionen. Gartenseitig wurde ein zweiter Rettungsweg durch den Anbau einer Fluchttreppe erwirkt. Die gesamte Außenanlage wurde den Bedürfnissen der Hochschule entsprechend angepasst.

 

***Leider ausgebucht***
Mittwoch, 2. Juni 2010, 16 Uhr

Aufstockung Hochbunker Schellingstrasse
Sven Miller, Bauwerk Hamburg (Planung)
Martin Markowski, Kontor 220 (Investor)
Alexander Krauss, Denkmalschutzamt

Der Hochbunker wurde 1943 mit 5 Geschossen und einem Kellergeschoss als massive Betonkonstruktion errichtet. Ursprünglich sechsgeschossig geplant, wurden die oberste Geschossdecke sowie die Außenwände nicht mehr fertig gestellt. Der zuletzt als Lager genutzte Bunker wird nun für das Wohnen aufgestockt. Dafür wird die Stahlbetonoberfläche des Bunkers lediglich gereinigt, der Beton wo nötig saniert. Die Aufstockung (zwei Voll- und ein Staffelgeschoss) nimmt die strenge Kubatur des Bunkers auf, wobei die Eigenständigkeit des neuen Baukörpers durch eine horizontal verlaufende bauliche Fuge unterstrichen wird. Die monolithische Struktur des Bunkers bleibt somit erhalten, die Funktionen der beiden Teile lassen sich bereits am äußeren Erscheinungsbild deutlich ablesen. In der Aufstockung werden sieben Wohnungen (fünf davon als Maisonette) mit erhöhtem Standard errichtet. Die Gesamterschließung erfolgt über ein neu errichtetes eingeschossiges Gebäude auf der Nordseite, das zudem die Neben- und Versorgungsräume enthält, sowie eine eigenständige vertikale Konstruktion, die als geometrisches Pendant zur Aufstockung ausgebildet wird.

 

Mittwoch, 9. Juni 2010, 16 Uhr
Neugestaltung BID Hohe Bleichen/Heuberg
Frithjof Büttner, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt
Andreas Barke, Cogiton
Henning Breimann, Breimann & Bruun

Das 7.850 Quadratmeter umfassende Areal am Heuberg und den Hohen Bleichen wurde im Jahr 2009 als BID (Business Improvement District) ausgewiesen. Der jahrelang als „Hintereingang des Hanseviertels“ wahrgenommene Straßenraum sollte dem Niveau der anliegenden Immobilien entsprechend aufgewertet werden. Das von einem der Grundeigentümer mit den Landschaftsarchitekten Breimann & Bruun entwickelte Konzept sah eine Neugestaltung der Gehweg-, Parkplatz- und Platzflächen bei funktionsübergreifender Vereinheitlichung der verwendeten Materialien vor. Pflasterung, Bepflanzung, Sitzgelegenheiten und die gesamte Aufteilung des Geländes wurden hierzu neu inszeniert.

 

Mittwoch, 16. Juni 2010, 16 Uhr
Umbau Altonaer Kaispeicher
Mathias Kathmann, August Prien)
Klaus Hadaschik, Immobiliare Administration GmbH)
Nils Höpken, NPS Architekten)
Ulrich Garbe, Denkmalschutzamt

An der Altonaer Hafenkante florierte einst der Handels- und Lagerbetrieb. 1924 entstand die „Halle D“ als dreigeschossige Stahlbeton-Skelettkonstruktion, mit Backsteinen verblendet und Flachdächern abgeschlossen. Architektonisch anspruchsvoll und typisch für das „Neue Bauen“ ist die Gliederung der Bauteile durch kubische Großformen, ergänzt durch turmartige Bauteile und vertikal hell abgesetzte Backsteinrahmen. Als die Nutzung als Fischfabrik aufgegeben wurde, begann August Prien Immobilien mit dem Architekturbüro NPS bis 2009 in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt einen Umbau zum Bürogebäude. Dabei mussten das Erdgeschoss gegen Hochwasser gesichert und die Obergeschosse bis auf das Betonskelett entkernt werden. Im Keller entstand eine Tiefgarage. Die Fassade wurde von störenden Verblendungen befreit und wasserseitig mit Balkonen für die Büros ergänzt. Zum stimmigen Gesamtbild tragen die originale Verblendverfugung und Fensterfaschen in einem Weißton, der nach Befundlage und historischen Fotos gefasst wurde, sowie die zurückhaltende Beleuchtung und Beschilderung bei.

 

Für alle Veranstaltungen gilt:
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Unkostenbeitrag 3,– Euro / erm. 2,– Euro pro Person und Veranstaltung