Weiterbauen VII
Im inzwischen 7. Jahr widmen sich die Freie Akademie der Künste, die Hamburgische Architektenkammer, der BDA Hamburg und das Denkmalschutzamt Hamburg mit ihrer Führungsreihe „Weiterbauen“ beispielhaften Nachnutzungskonzepten umgebauter oder erweiterter Bestandsbauten.
Erstmals ist in diesem Jahr unter den besuchten Objekten mit dem Hochbahn-Viadukt Rödingsmarkt-Baumwall auch ein Ingenieurbauwerk. Außerdem auf dem Programm: Ein hoch aktuelles Beispiel aus dem heiklen Bereich energetischer Sanierungen denkmalgeschützter Wohnungsbauten, die Erstellung eines Bürohauses hinter historischen Fassaden gegenüber dem Rathaus, die Modernisierung und Ergänzung gleich zweier, recht unterschiedlicher Wohnanlagen, das Ergebnis der Revitalisierung stillgelegter Flächen des Hamburger Fleischgroßmarktes, der Umbau ehemaliger Produktionshallen in Harburg in ein Ausstellungshaus sowie die Verwandlung eines denkmalgeschützten Kirchenschiffes in Eimsbüttel in eine Kindertagesstätte.

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Mittwoch, 4. Mai 2011, 16 Uhr
Bürohaus JohannisContor
Frank Birwe, KBNK Architekten
Ein Vertreter der TECNO Beteiligungsgesellschaft mbH
Während kritische Augen in den zum „JohannisContor“ zusammengefassten Fassaden der Häuser Große Johannisstraße 17 und 19 bloß ein Potemkinsches Dorf sehen, sagen andere, bereits die prominent und offenherzig angebrachte „MMIX“ sowie die äußerst kontrastreich aufgesetzten Neugeschosse ließen keinen Zweifel an der Natur des Bauwerks. Tatsache ist: hinter der ehemals fünfgeschossigen, ebenso  liebevoll und geschickt aufbereiteten historischen Fassade steht ein achtgeschossiger Büro- und Geschäftsneubau.

Mittwoch, 11. Mai 2011, 16 Uhr
Kita in der ehemaligen Bethlehemkirche Eimsbüttel
Nicole Stölken, Stölken Schmidt Architekten BDA
Frank P. Hesse, Leiter Denkmalschutzamt Hamburg
Jürgen Schmücker, stellvertr. Vorsitzender des Kirchenvorstands der Kirchengemeinde Eimsbüttel
Kirsten Dieckow, Leiterin der Kita Bethlehemkirche
2005 musste die evang.-lutherische Großgemeinde Eimsbüttel aus Kostengründen zwei ihrer vier Kirchbauten schließen. Nach ihrer Entwidmung erfuhr die 1958/59 von Joachim Matthaei erbaute denkmalgeschützte Bethlehemkirche durch den Umbau in eine Kindertagesstätte eine geradezu ideale Umnutzung. Im Innern des fast vollständig erhaltenen und mit Oberlichtern und zusätzlichen Fenstern versehenen Kirchenschiffes, das fortan als „Indoor-Spielhof“ dient, entstand ein zweistöckiger Neubau.

Mittwoch, 18. Mai 2011, 16 Uhr
Treehouses Bebelallee
Volker Halbach, Blauraum Architekten
Christian Feck, Robert Vogel GmbH
Eine schlichte Reihenhaussiedlung an der Bebelallee aus den späten 50er Jahren erfuhr im Rahmen einer anstehenden energetischen Sanierung nicht nur technisch und gestalterisch eine immense Aufwertung, auch die vorhandene Wohnfläche der Anlage wurde durch eine Aufstockung der 6 Wohnblöcke um 1 bis 2 Geschosse quasi verdoppelt. Die u. a. durch schwache statische Voraussetzungen des Bestands erzwungene Materialwahl der Ergänzungen (Holztafel-Fertigbau) wecken die Gebäude die Assoziation „schwebender“ Baumhäuser.

Mittwoch, 25. Mai 2011, 16 Uhr
Energetische Sanierung Frank’sche Laubenganghäuser am Dulsberg
Barbara Jansen, Frank Siedlungsbau Gmbh
Albert Schett, Denkmalschutzamt Hamburg
Ulrich Exeler, Architekt
Ein weiteres, Richtung weisendes Beispiel energetischer Sanierung zeigen die denkmalgeschützten Laubenganghäuser in der Schlettstadter Straße am Dulsberg. Der Energieverbrauch des 1928 von Paul A. R. Frank erbauten Backsteinensembles mit den markanten Rundbalkonen konnte durch innovative Sanierungsmaßnahmen halbiert werden. Neben der konventionellen Dämmung der Flachdächer wurden die integrierten Laubengänge teilverglast und die historischen Fassaden nach Dämmung mit einer vorgesetzten Vollstein-Klinkerfassade verkleidet.

Mittwoch, 1. Juni 2011, 16 Uhr
Terrassenhöfe Valentinskamp
Michael Ruffing
, Me-di-um Architewkten
Axel Krieger, Delfino GmbH & Co. KG
Das Schicksal der „Hamburger Terrasse“, einer viergeschossigen Backsteinzeile aus dem 19. Jahrhundert im Hinterhof des Valentinskamp 45, erfuhr aufgrund seiner Lage jüngst besondere Aufmerksamkeit: Im letzten Moment der Manövriermasse des „Gängeviertels“ entrissen, entging es dessen Irrungen und Wirrungen und konnte vergleichsweise zügig und unter Hinzufügung eines Neubauteils saniert und bewohnbar gemacht werden. Unter immensem und dabei kaum mehr sichtbarem Aufwand konnte das Fassadenbild erhalten und geschickt ergänzt werden.

Mittwoch, 8. Juni 2010, 16 Uhr
Hochbahn-Viadukt Rödingsmarkt Baumwall
Mathias Hein, Mathias Hein Architekten
Thomas Neysters, Ingenieurbüros Grassl
Jens-Günter Lang, Leiter des Bereichs Infrastruktur, Hamburger Hochbahn AG
Dipl.-Ing Andreas Strotkamp, Leiter des Fachbereichs Ingenieurbauwerke, Hamburger Hochbahn AG
Albert Schett, Denkmalschutzamt Hamburg
Die neue Brückenkonstruktion über der Mündung des Alsterfleets bildet den letzten Baustein zur Erneuerung des Hochbahnviaduktes zwischen den Haltestellen Baumwall und Rödingsmarkt. Im Gegensatz zur alten Konstruktion riegelt die neue Brücke die Blickverbindung auf Straßenniveau nicht ab, sondern stellt eine freie Sichtverbindung zwischen Kehrwieder und Schaartor unter dem flachen Doppelbogen her. Das markante, fachwerkartig aufgelöste Tragwerk folgt dem Kurvenverlauf und markiert gleichzeitig den Zusammenfluß von Alster und Elbe. Die aus dem Stadtbild am Hafenrand nicht wegzudenkende Hochbahnstrecke hat so ein sichtbar neues, jedoch an der Charakteristik der Ursprungskonstruktion ausgerichtetes Profil bekommen.

Mittwoch, 15. Juni 2011, 16 Uhr
Schanzenhöfe
Giorgio Gullotta, Architekt
Frank Seitz, Geschäftsführer Fleischgroßmarkt Hamburg
Albert Schett, Denkmalschutzamt Hamburg
Die beiden noch erhaltenen Viehhallen auf dem nördlichen Teil des Fleischgroßmarkts wurden nach jahrelangem Verfall einer neuen Nutzung zugeführt. Unter Bewahrung und Rekonstruktion der historischen Backsteinfassaden wurden sie auf aktuelles technisches Niveau gehievt und durch Entfernung aller nachträglichen An- und Umbauten sowie die Schaffung zweier Atrien auf den mittleren Hallenfeldern völlig neu gegliedert. Die Gebäude bieten mit nun deutlich verringerter Raumtiefe Möglichkeiten alternativer Nutzung – u. a. ein Restaurant, eine Kaffeerösterei, eine Traditionsbrauerei und Flächen für kreatives Kleingewerbe –, und wissen nicht zuletzt durch die neu geschaffenen Freiflächen zu überzeugen.

Mittwoch, 22. Juni 2011, 16 Uhr
Ehemalige Phoenix-Werke Hamburg Harburg
Harald Falckenberg
Roger Bundschuh, Architekt
Ulrich Garbe, Denkmalschutzamt Hamburg
Der Umbau der Phoenix-Hallen an der Wilstorfer Straße in Harburg durch das Berliner Büro Bundschuh erweiterte die Schau- und Lagerflächen der Sammlung Falckenberg, auf die es quasi passgenau zugeschnitten wurde, um mehr als die Hälfte. Entstanden ist ein modernes, fünfstöckiges Privatmuseum mit intelligentem Sichtachsen- und Raumkonzept, das sowohl die verschiedenen Ausstellungen also auch die gewaltigen Schaulager der Sammlung mit ihren circa 1.900 Arbeiten umfasst.

 

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