Monika Treut
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Mittwoch, 22. Oktober 2014, 19 Uhr
Werkinterview FilmKunst zeigt aus einer Filmreihe im Metropolis Kino
Helmut Herbst
'Werkinterview - Helmut Herbst' von Anja Ellenberger, D 2014, 25 Min. Produktion: TIDE.
Anschließend: JOHN HEARTFIELD - FOTOMONTEUR Dokumentarfilm von Helmut Herbst, 35 mm, 63 Min., D 1976/77 Vorfilm: DREI VERSUCHE ÜBER ANTON VON WEBERNS OPUS 5, 5. SATZ, Animationsfilm, R: Helmut Herbst, 35 mm, 12 Min., D 1979.
Veranstaltungsort: Metropolis Kino, Kl. Theaterstr. 10, Hamburg.

Als ein „Die Welt neu zusammensetzen“ ließe sich das Vorgehen von Helmut Herbst umschreiben. Sein Weg in die Malerei an der HFBK Hamburg wird dank eines Malereistipendiums in Paris in neue Bahnen gelenkt: In der Cinémathèque Française entdeckt er das Kino für sich. Zurück in Hamburg gründet er 1962 das Trickfilm-Studio cinegrafik. Dort produziert er zahlreiche experimentelle Arbeiten, die er mit innovativen Auftragsarbeiten fürs Fernsehen finanziert. cinegrafik entwickelt sich in den Folgejahren zu einer Keimzelle der westdeutschen Filmavantgarde. 1967 ist er Mitbegründer der Hamburger Filmmacher Cooperative, von 1969 bis 1979 ist er Dozent an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) und von 1985 bis 2000 Professor an der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach. Sein Werk umfasst zahlreiche Filme aller filmischen Gattungen: Animations-/ Experimental-/ Dokumentar-/ Spielfilm.

Die Reihe ist ein Nachwuchsprojekt von Hamburgs Communitysender und Ausbildungskanal TIDE.

Vom 23. Oktober bis 9. November 2014: Begleitende Ausstellung "Filmkunst Kabinett" in Kooperation mit der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein in der Freien Akademie der Künste in Hamburg.


TIDE präsentiert bis Ende Oktober 2014 zehn Werkinterviews mit legendären und aufregenden Filmemacher_innen, die das Filmgeschehen seit 1979 von Hamburg aus maßgeblich beeinflusst haben. Flankiert wird die Sendereihe von Veranstaltungen im Metropolis Kino und einer Ausstellung in der Akademie der Künste.Den Auftakt macht ein Abend mit Franz Winzentsen und seinen Werken im Metropolis Kino am 6. März.

1979 stießen die “Hamburger Erklärung” von Wim Wenders, Hark Bohm, Werner Herzog und Reinhard Hauff und die Gründung des Hamburger Filmbüros 1980 die Fenster für ein ganz spezielles Filmschaffen auf, das sich durch ihre narrative Vielfalt und ästhetische Radikalität auszeichnet.

“Viele dieser Hamburger Filme und Videoexperimente sind zu Unrecht in Vergessenheit geraten. Nun wollen wir den Schatz wieder ins öffentliche Bewusstsein hieven,” sagt Claudia Willke, Chefredakteurin von TIDE. “Werkinterview Filmkunst’ wird die spannendsten Arbeiten aus der Verschüttung holen und die Macherinnen und Macher mit ihrem Blick auf ihre Filmkunst zu Wort kommen lassen”. Allein die Namen funkeln wie eine Perlenkette der Hamburger Filmgeschichte: Thomas Struck, Monika Treut, Franz Winzentsen, Brigitte Krause, Jens Huckeriede, Helmut Herbst, Andy Hertel, Peter Sempel, Lutz Dammbeck, Hermine Huntgeburth, Volker Einrauch und Lothar Kurzawa. Dass die Sendereihe auf einen riesigen Bestand von Filmen zurückgreifen kann, die heute öffentlich nicht mehr oder nur selten zu sehen sind, verdankt TIDE der guten Vernetzung mit den Filmschaffenden und der Kooperation mit Film- und Kunstarchiven wie ‘bildwechsel’ und ‘die thede’. Traurige Aktualität bekommt die Sendereihe durch den unerwarteten Tod von Jens Huckeriede im Dezember 2013: Das ausführliche Werkinterview mit der bedeutenden Künstlerpersönlichkeit entstand im Sommer 2013; der damals 63jährige gibt darin einen letzten tiefen Einblick in die Arbeitsweise seines Ansatzes zur Erinnerungskultur.