Donnerstag, 8. Oktober 2009, 19.30 Uhr
Portraitkonzert
Jörg Widmann - Die 5 Streichquartette
Minguet-Quartett, Claudia Barainsky (Sopran), Peter Michael Hamel im Gespräch mit Jörg Widmann
Gefördert von der Behörde für Kultur Sport und Medien Hamburg
Eintritt: 8,- / erm. 5,-

Am 8. Oktober setzt die Freie Akademie der Künste ihre Reihe „Portraitkonzerte“ mit einem Abend für Jörg Widmann fort. Der 36jährige Widmann ist, sowohl als Klarinettist als auch als Komponist, einer der erfolgreichsten Musiker seiner Generation. Ergänzt durch ein Gespräch zwischen Widmann und Peter Michael Hamel bringen das Minguett-Quartett und Claudia Barainsky (Sopran) Widmanns sämtliche Streichquartette zur Aufführung: 1. Streichquartett (1997), Choralquartett (2. Streichquartett, 2003), Jagdquartett (3. Streichquartett, 2003), 4. Streichquartett (2005), Versuch über die Fuge (5. Streichquartett mit Sopran, 2005).

Jörg Widmann wurde 1973 in München geboren. Er absolvierte sein Klarinettenstudium zunächst an der Hochschule für Musik in München bei Gerd Starke und später bei Charles Neidich an der Juilliard School in New York. Seine große Passion ist die Kammermusik. Er musiziert regelmäßig mit Partnern wie Tabea Zimmermann, Heinz Holliger, András Schiff, Kim Kashkashian, Hélène Grimaud. Als Solist ist er Gast bei bedeutenden Orchestern im In- und Ausland und konzertierte mit Dirigenten wie Christoph von Dohnányi, Sylvain Cambreling, Christoph Eschenbach und Kent Nagano.
Mehrere Klarinettenkonzerte sind ihm gewidmet und durch ihn uraufgeführt worden: Mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks spielte er 1999 die ‚Musik für Klarinette und Orchester’ von Wolfgang Rihm und 2006 mit dem WDR Sinfonieorchester 'Cantus' von Aribert Reimann.
Seit 2001 hat  Widmann eine Professor für Klarinette an der Hochschule für Musik Freiburg inne, seit 2009 eine Doppelprofessur für Komposition und Klarinette.
Im Alter von elf Jahren begann Widmann Kompositionsunterricht bei Kay Westermann zu nehmen. Seine Kompositionsstudien setzte Widmann später bei Hans Werner Henze, Wilfried Hiller und Wolfgang Rihm fort. 1999 erhielt er für seine kompositorischen Leistungen den Belmont-Preis für zeitgenössische Musik der Forberg-Schneider-Stiftung, im Jahr 2002 den Schneider-Schott-Musikpreis und den Paul-Hindemith-Preis des Schleswig Holstein Festivals. Im Jahr 2003 erhielt er einen der Förderpreise der Ernst von Siemens Musikstiftung und den Ehrenpreis der Münchner Opern-Festspiele. Seine Oper Das Gesicht im Spiegel wurde von der Fachjury der Zeitschrift Opernwelt zur wichtigsten Uraufführung der Spielzeit 2003/04 gewählt. 2004 wurde Widmann der Arnold Schönberg-Preis des Arnold Schönberg-Centers Wien und des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin verliehen. 2006 erhielt Widmann den Kompositionspreis des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg für die bemerkenswerteste Uraufführung der Donaueschinger Musiktage 2006 sowie den Claudio-Abbado-Kompositionspreis der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker. 2007 wurde ihm der Musikpreis der Christoph und Stephan Kaske-Stiftung zuerkannt.
Widmann ist Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Freien Akademie der Künste Hamburg (2007) und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste (2007).
Seine Musik wird von bedeutenden Orchestern wie den Münchner und Wiener Philharmonikern und Dirigenten wie Pierre Boulez, Christian Thielemann, Mariss Jansons und Kent Nagano aufgeführt.