Dienstag, 21. Januar 2003, 19 Uhr
Im Rahmen der Ausstellung Hyun-Sook Song
KLANG UND TEXTE
AKI TAKASE, Klavier

YOKO TAWADA, Texte

Eintritt: € 8,00 / erm. € 5,00

 

Die Freie Akademie der Künste zeigt seit dem 14. Januar Arbeiten der koreanischen Malerin Huyn-Sook Song. Nach der Eröffnung, die großen Anklang gefunden hat, präsentieren wir am kommenden Dienstag ein zwischen der Malerin und zwei japanischen Künstlerinnen abgestimmtes Projekt: "Klang und Texte" - eine Gemeinschaftsproduktionder Pianistin und Komponistin Aki Takase und der Autorin Yoko Tawada. Die beiden Künstlerinnen leben seit Jahren in Deutschland.
Tawadas Texte sind ein faszinierend-skurriler Spiegel der deutschen Sprache. Sie zeigen, was mit ihr geschieht, wenn eine Japanerin in Deutschland, in Deutsch schreibt und spricht: Eigenartigkeiten, Widersprüche, grotesk-Komisches offenbart sich demjenigen, der glaubt, die eigene Sprache sei ihm vertraut.
In Aki Takase hat sie eine verwandte Seele gefunden. Ob Jazz oder Tango - Takase zerlegt Bekanntes in seine Bestandteile, weckt Assoziationen und überzeugt dabei mit Eigenem.
Gemeinsam bieten die beiden einen Abend voller Überraschungen, in dem die Sprache klingt und die Musik spricht.

 

YOKO TAWADA wurde 1960 in Tokyo/Japan geboren. Seit 1982 lebt sie in Hamburg. Studium der Literaturwissenschaft in Tokyo und in Hamburg. Stipendien und Preise: Foerderpreis fuer Literatur der Hansestadt Hamburg 1990; Der Literaturpreis Gunz-Shinjin-Bungaku-Sho 1991; Akutagawa-Sho 1993; Autorenstipendium der Stiftung Niedersachsen 1993; Lessing-Förderpreis 1994; Adelbert-von-Chamisso-Preis 1996; Stipendiatin der Villa Aurora in Los Angeles 1997; Poetik-Dozentin in Tuebingen 1998; Max Kade Distinguished Visitor at MIT Boston/USA Feb.- Mai 1999; Stipendium des Deutschen Literaturfonds Nov.1999-April 2000; Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung Mai 2000 - November 2000; Izumi-Kyooka-Literaturpreis in Japan 2000. Sie schreibt auf Deutsch und auf Japanisch. Buchveröffentlichungen in Deutschland u. a.: Nur da wo du bist da ist nichts (Gedichte und Prosa) 1987; Das Bad (Ein Kurzroman) 1989; Wo Europa anfaengt (Gedichte und Prosa) 1991; Die Kranichmaske die bei Nacht strahlt (Ein Theaterstück) 1993; Tintenfisch auf Reisen (3 Erzählungen) 1994; Aber die Mandarinen müssen heute abend noch geraubt werden (Traumtexte) 1997; Opium fuer Ovid. Ein Kopfkissenbuch für 22 Frauen. Prosa (2000); zahlreiche Veroeffentlichungen auch in Zeitschriften u.a. in "Schreibheft","manuskripte", "Sinn und Form", "Rowohlt Literaturmagazin", "Akzente" und "NZZ-Folio". Etwa 340 Lesungen u.a. in Literaturhäusern (Hamburg, Berlin, Frankfurt und Muenchen), im Forum Stadtpark Graz ("steirischer herbst"), im Hoelderlin-Turm Tuebingen, in Staatstheatern (Stuttgart und Nuernberg), am Goetheinstitut (Goettingen, Rotterdam, Helsinki, Tampere, Sofia, Prag, Tokyo, Kyoto, Vancouver, Chicago, Boston und NewYork) und an verschiedenen Universitäten in der Welt.

AKI TAKASE: Geb. in Japan. Erster Klavierunterricht mit drei Jahren. 1972 Beginn einer professionellen Karriere als Pianistin und Komponistin. Zusammenarbeit mit namhaften japanischen Musikern wie Takeo Moriyama, Nobuyoshi Ino in unterschiedlichen Ensembles. Ab 1978 längerer Aufenthalt in den USA. Zahlreiche Konzerte und Schallplattenaufnahmen u.a. mit Dave Liebman, Cecil Mcbee, Lester Bowie, John Zorn und Joe Henderson. 1981 erster Auftritt in Deutschland beim Berliner Jazzfest in der Philharmonie. Zusammenarbeit mit den Bassisten Niels Henning Örsted Pedersen und Miroslav Vituos sowie Musikern des europäische New Jazz u.a. Evan Parker, Han Bennink, Tristan Honsinger, Tony Oxley und Gerd Dudek. Sehr erfolgreiches Duo mit der Sängerin Maria Joao (1987-bis 1994) sowie gelegentliche Projekte mit dem Berlin Contemporary Jazz Orchestra. (seit 1987) Seit 1988 Piano-Duo mit Alex Schlippenbach und später auch Duoarbeit mit David Murray und mit Rudi Mahall.
Neueste Projekte: " W. C. Handy Projekt"; "Aki and the Good Boys" mit Rudi Mahall, Walter Gauchel, Johannes Fink und Heinrich Köbberling "Klang und Texte" mit Yoko Tawada " W.C.Handy Projekt" mit Fred Frith, Rudi Mahall, Nils Wogram, Paul Lovens. Preise der Deutschen Schallplattenkritik: 1990 "Play Ballads of Duke Ellington" Duo mit Gunther Klatt; 1991 "Shima Shoka" Piano solo; 1994 "Blue Monk" Duo mit David Murray; 1998 "Duet for Eric Dolphy" Duo mit Rudi Mahall; 2002 " St. Louis Blues mit dem "W.C.Handy Projekt"; Kritikerpreis der Berliner Zeitung 1999; SWR- Jazz Preis des Jahres 2002; Neue CDs: 2001 "Le Cahier du Bal" solo piano (LEO-LR 319); 2001 " St.Louis Blues" (ENJA-91302) mit Rudi Mahall, Fred Frith, Nils Wogram und Paul Lovens; 2002 "News from Berlin" (Victo 081) mit Conny Bauer; 2002 "Nine Fragments" (LEO-LR 346) mit Tony Buck, Aleks Kolkowski; 2002 "Diagonal"(konkurs buch) Duo mit Yoko Tawada