Fotos: Historisch

Montag, 14. September 2015, 19 Uhr
Im Rahmen des Harbourfront Literaturfestivals
„Das Gespräch der Meister - Gustave Flaubert & Iwan Turgenjew“
Ein literarischer Abend von Hanjo Kesting.
Mit Siegfried W. Kernen und Wolf-Dietrich Sprenger
Eintritt: 10,- / erm. 7,-

Sie waren bereits berühmt, als sie sich kennenlernten: Iwan Turgenjew, der Autor von »Väter und Söhne«, und Gustave Flaubert, der Verfasser der »Madame Bovary«. Dann begann ihr Briefwechsel, der erst hundert Jahre später gedruckt wurde. Es handelt sich nicht um ein Gipfelgespräch im Stil von Goethe & Schiller. Turgenjew und Flaubert begegneten einander mit einer freundschaftlich-zärtlichen Zuwendung, wie sie unter Schriftstellern dieses Ranges höchst selten ist. Da gibt es zwar einige Stoßseufzer über die Beschwernisse des Alters und bissige Sottisen über den grassierenden Kulturverfall, aber im Ganzen dominiert die Tonlage heiterer Konversation und unverstellten Plauderns. Hanjo Kesting hat die wichtigsten Auszüge aus den Briefen zu einer szenischen Lesung zusammengestellt und um biographische Dokumente ergänzt.

 

Hanjo Kesting: * 1943, Studium der Philosophie, Geschichte und Literatur in Köln, Tübingen und Hamburg. Von 1973 bis 2006 Leiter der Redaktion Kulturelles Wort. Gründete 1977 die Reihe Autoren lesen, 1981 das Kulturjournal Texte und Zeichen. Seit 1995 Mitglied der Freien Akademie der Künste. Publikationen zur Literatur und Musik u. a. „Theodor Fontane. Bürgerlichkeit und Lebensmusik“ (1998), und „Nachlese. Essays zur Literatur“ (2000) „Dichter ohne Vaterland“ (1982); „Richard Wagner: Briefe“ (Hrsg., 1983); „Franz Liszt – Richard Wagner: Briefwechsel“ (Hrsg., 1988); „Das schlechte Gewissen an der Musik.“ Aufsätze zu Richard Wagner (1991); „Das Pump-Genie. Richard Wagner und das Geld“ (1993). Anthologien zur russischen und englischen Literatur. Herausgeber der Hörbücher der Deutschen Grammophon.

Wolf-Dietrich Sprenger, 1942 in Zeitz geboren, studiert ab 1957 in Berlin Germanistik und Theaterwissenschaft und debütiert als Schauspieler in Studententheatergruppen. Nach Engagements in Flensburg und Krefeld wird Sprenger Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, wo er u.a. mit Luc Bondy und Peter Zadek arbeitet. Unter der Intendanz von Jürgen Flimm kommt er ans Schauspiel Köln und schließlich zurück nach Hamburg ans Thalia Theater. Seit Beginn der 80er Jahre führt Wolf-Dietrich Sprenger auch regelmäßig Regie und inszeniert u.a. am Hamburger Ernst-Deutsch Theater, am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Schauspielhaus Zürich, am Niedersächsischen Staatstheater Hannover, am Bremer Theater und am Thalia Theater, hier mit „Endspiel“ von Samuel Beckett, 1992; „Minna von Barnhelm“ von G. E. Lessing, 1993; „Die Räuber“ von Friedrich Schiller, 1994; „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist, 1998; „Die Liebe in Madagaskar“ von Peter Turrini, 2000. Ab 1997 ist er als freischaffender Regisseur tätig, dreht für Film und Fernsehen und nimmt Hörbücher auf. Er inszeniert in Stuttgart, Düsseldorf, Bochum, Wien und Zürich. Als Autor schreibt er vor allem Kinderstücke.

Siegfried Kernen, geboren 1940 in Bandelin / Kr. Greifswald (Vorpommern). Vater ist Schweizer, die Mutter Deutsche. Kernen wächst in Küsnacht am Zürichsee auf. Ausbildung zum Volksschullehrer. Er übt diesen Beruf nur kurz aus und wird Journalist  bei der Neuen Zürcher Zeitung. Schon während seiner Zeit als Journalist nimmt Kernen Schauspielunterricht bei Ellen Widmann. Erstes festes Engagement 1964 in Wilhelmshaven. Weitere Theaterstationen: Schlosstheater Celle, Theater der Stadt Bonn. Freie Volksbühne Berlin, Theater des Westens Berlin. 1975 gibt ihm Regisseur Tom Tolle die Hauptrolle in einem Fernsehfilm nach einem Roman von Pavel Kohout. In der Folge arbeitet Kernen hauptsächlich für das Medium Fernsehen. Am meisten in Erinnerung geblieben ist wohl sein Zollfahnder Hobel aus der Wirtschaftskrimi-Reihe „Schwarz-Rot-Gold“, die auch heute noch oft wiederholt wird. Zweimal spielt Kernen während einiger Jahre am Thalia Theater Hamburg (von 1982-85 unter der Intendanz von Peter Striebeck, von 1997-2000 bei Jürgen Flimm). Immer wieder hat er für den Funk gearbeitet (u. a. Literatur Lesungen beim NDR). Seit 2005 konzentriert er sich fast ausschließlich auf Lesungen. Zusammen mit Musikerfreunden aus Eutin und Lübeck entwickelte er seine eigenen Programme, mit denen er hauptsächlich in Schleswig-Holstein, aber auch in anderen Teilen Deutschlands bis hinunter ins Erzgebirge  gastiert. Außerdem tritt er häufig bei literarischen Abenden von Hanjo Kesting in Erscheinung. Siegfried W. Kernen lebt in Hamburg Uhlenhorst.