Dienstag, 1. November 2011, 19.30 Uhr
FRIEDHELM DÖHL  
Komponistenportrait zum 75. Geburtstag - "Musik für und mit Flöte"
ANGELA FIRKINS (Flöte), Christian Ruvolo (Klavier), Janna Ruck (Sopran), Troels Svane (Cello)
Eintritt: 8,- / erm. 5,-

Ein Programm mit Musik für Flöte ist ungewöhnlich und längst nicht jeder Komponist wäre in der Lage, ein solch umfangreiches Flöten-Programm bereitzustellen.
Anders Friedhelm Döhl.
Wie intensiv sich der Lübecker Komponist mit den Möglichkeiten des Instruments beschäftigt hat, zeigt sich insbesondere in den Stücken für Flöte solo: Kaum ein Ton, den die Querflöte hervorzubringen in der Lage ist, wird der Solistin nicht abgefordert.
Und diese ist auch nicht irgendjemand, sondern mit Angela Firkins, Professorin an der Lübecker Musikhochschule, eine der herausragenden Flötistinnen unserer Zeit.

PROGRAMM:

VARIATIONEN über ein Troubadourlied  für Flöte solo (1959)
CANTO W für Flöte solo (1962)
OCULAPIS. Reflexe für Flöte und Klavier (1962)
JULIANISCHE MINUTEN für Flöte und Klavier (1963)
Ritardando - Canon - Ornament - Rubato - Ostinato
7 HAIKU
für Sopran, Flöte und Klavier (1963)
Ein Frühlingsregen - O die Nachtigall - Auf einer Glocke - O welche Kühle - Unterm Moskitonetz - Es erbebt mein Herz - Langsam Tag an Tag

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TEXTUR für Flöte solo (1971)
5 STÜCKE für Flöte solo (1980)
Sotto voce - Presto fugato - Andante canonico - Ostinato meccanico  - Canto di là
ELEGIE für Flöte, Cello und Klavier (1999, Neufassung 2010)
Adagio - Presto - Andante (Lied) - Tranquillo molto - Coda prestissimo ('Aufwischen')
SONNENGESANG für Flöte solo (2008)
- Angela Firkins gewidmet -
Andante - Presto - Meno mosso (splendido)

Friedhelm Döhl, geboren 1936 in Göttingen, studierte Klavier und Komposition in Freiburg, Musik-, Literatur- und Kunstwissenschaft in Freiburg und Göttingen. Promotion 1966 mit einer Dissertation über Anton Webern. 1964-67 Dozent am Robert-­Schumann-Konservatorium in Düsseldorf. 1967/68 Rompreis Villa Massimo. 1969-74 Professor am Musikwissenschaftlichen Institut der Freien Universität Berlin. Mitglied der Gruppe Neue Musik Berlin. 1974­-82 Direktor der Musik-Akademie Basel (hier Realisierung eines neuen musikpädagischen Konzepts 'Von der Basis bis zur Spitze', Gründung der Studios für Elektronische Musik, Außereuropäische Musik, Musik und Theater) . 1980-83 Präsident der IGNM/Deutschland (Gründung des 'Ensemble modern').  Ab 1982  Professor für Komposition an der Musikhochschule Lübeck, 1991-94 Rektor (Gründung des  Brahms-Festivals und der Brahms-Galerie). Seit 1986 Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg. Texte zu Musik, Kunst und Literatur. Kooperation mit  Schriftstellern und Bildenden Künstlern. Werke in allen Gattungen, für Klavier und 2 Klaviere, Orgel (Orgelmesse),  für diverse Soloinstrumente,  Lieder-Zyklen und Vokalszenen, Kammermusik (vom Duo bis zum Kammerorchester), Chor ('Requiem 2000' , 'Sternverdunkelung'), Orchester (Melancolia, Ikaros, Tombeau, Passion, Symphonie, Gesang der Frühe), Konzerte ('Zorch' für Big band und 3 offene Flügel, Cellokonzert, Klavierkonzert), Mikrodramen, Klang-Szenen (mit Uecker), grafische Partituren ('Odradek'), Filmmusik ('Ballet mécanique' nach Léger), Musiktheater (Oper 'Medea'), Ballett,  Raum-Kompositionen (Flöten im Raum, Posaunen im Raum, 'Cubecracks' für 4 Schlagzeuger, Klarinetten im Raum). Aufführungen und Rundfunk-Aufnahmen im In- und Ausland. Zahlreiche CDs: besonders 'friedhelm Döhl edition' bei Dreyer-Gaido / bisher Vol. I-XVI (CD XVI: 'Musik für und mit Flöte'). Lit.: 'Komponisten der Gegenwart' (ed. text+kritik),  MGG,  New Groves ,  Homepage www.friedhelm-doehl.de

Angela Firkins studierte Flöte bei Jean-Claude Gérard (Hamburg), William Bennett (Freiburg) und Paul Meisen (München). Nach mehreren ersten Preisen im Wettbewerb 'Jugend musiziert' wurde sie 1985 beim Deutschen Musikwettbewerb ausgezeichnet und gewann 1986 den 1. Preis beim Wettbewerb der Deutschen Hochschulen. Als Mitglied des Albert-Schweitzer-Quintetts wurde sie Preisträgerin bei zahlreichen Wettbewerben (Deutscher Musikwettbewerb, ARD-Wettbewerb u.a.). Sie erhielt den Preis der deutschen Schallplattenkritik, produzierte diverse CDs sowie Rundfunkaufnahmen und konzertiert im In- und Ausland. Nachdem sie lange Zeit Mitglied im Bundesjugendorchester, in der Jungen Deutschen Philharmonie und im Jugendorchester der Europäischen Gemeinschaft war, wurde sie von 1988 bis 1993 Soloflötistin der Hamburger Symphoniker und 1994 Soloflötistin der Radiophilharmonie Hannover des NDR. 1997 folgte die Berufung als Professorin an die Musikhochschule Lübeck.
Christian German Ruvolo, geboren 1973 in Mailand, studierte in Mailand Klavier und Komposi­tion. Er gewann 1993 den ersten Preis beim Opern-Korrepetitions-Wettbewerb am Teatro alla Scala di Milano und arbeitete danach als Korrepetitor am selben Theater. 1999 bestand er an der Musikhochschule Freiburg das Solistenexamen mit Auszeichnung. Er konzertiert im In- und Ausland sowohl solistisch als auch in kammermusikalischer Beset­zung, darunter mit renommierten Künstlern und Ensembles wie Sabine Meyer, Christiane Edinger, dem Trio di Clarone. Mit Roney Marczak nahm er die CD-Reihe Descobertas auf, die sowohl unveröffentlichte Werke klassischer und volkstümlicher brasilianischer Komponisten als auch eigene Bearbeitungen für Violine und Klavier beinhaltet. Christian Ruvolo ist regelmäßiger Gast bei internationalen Festivals und machte zahlreiche Rundfunkaufnahmen. Seit Juni 2000 ist er als Dozent an der Musikhochschule Lübeck tätig.
Troels Svane studierte bei David Geringas an der Musikhochschule Lübeck und bestand sein Diplom- und Konzertexamen mit Auszeichnung. Mit 18 Jahren wurde er stellvertre­tender Solocellist der Kopenhagener Philharmoniker. Neben zahlreichen Stipendien wurde er mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Als Solist wurde er von diversen europäischen Orchestern eingeladen. In Recitals und als Mitglied des Kopenhagen Klaviertrios und des Menuhin Festival Piano Quartets trat er in ganz Europa, Australien, Asien, Südamerika und in den USA auf. Troels Svane konzertierte mit international renommierten Künstlern. Er spielte mehr als 40 CDs ein, u.a. das Gesamtwerk für Cello und Klavier von Beethoven, Rachmaninow und Reger. Seit 2004 ist er Professor für Violoncello an der Musikhochschule Lübeck.
Janna Ruck, in Göttingen geboren, begann ihr Gesangstudium2007/08 am Hamburger Konservatorium bei Ilse-Christine Otto und wechselte ein Jahr später an die Musikhochschule Lübeck zu Christiane Hampe. Sie besuchte Meisterkurse u.a. bei Nigel Rogers und Charlotte Lehmann. Als Solistin sang sie in verschiedenen Bach-Kantaten, in Opern von Händel und Rameau sowie in Kammermusik des 19. und 20. Jahrhunderts. Seit dem Frühling 2010 arbeitet und konzertiert sie mit der Pianistin Edith Escudero. Seit 2011 ist sie Stipen­diatin der Yehudi Menuhin Stiftung Live Music Now.