Montag, 25. November 2013, 19 Uhr
In der Reihe "Inspiration - wie kommt die Kunst in den Kopf?"
Andreas Hild
Vom Produzieren von Ideen
Eintritt: 10,- / erm 7,-.
Die Reihe wird unterstützt durch die Kulturbehörde Hamburg
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Andreas Hild
Foto: Wilfried Dechau

Die Wiederkehr des Begriffs Inspiration für die geistige und künstlerische Tätigkeit ist eine Tatsache, die in der ästhetischen Debatte noch nicht wirklich wahrgenommen worden ist. Man kann sagen, dass die Inspiration in den Köpfen herumgeistert. Das ist kein Kalauer, sondern beschreibt lediglich ein vages Gefühl. Tatsache ist jedenfalls, dass die Zeit rationalistischer Konzepte ihren Höhepunkt überschritten hat. Der Künstler ist nicht mehr (oder nicht mehr allein) der Maschinist, der einen komplexen Apparat zu bedienen weiß und einem festen Programm folgt (wie es in der Bildenden Kunst und der Musik oftmals der Fall war), sondern er tritt uns wieder als das schaffende, schöpferische Subjekt vor Augen. Inspiration als Ereignis ist ihm nicht mehr fremd. Aber noch ist völlig unklar, ob damit eine Renaissance womöglich kunstreligiöser Vorstellungen einhergeht. Man muss zunächst Vorsicht walten lassen, weil die Künstler einerseits oft allergisch sind gegen quasiideologische Festlegungen; weil sie andererseits, sonst wären sie nicht Künstler, keine Meister des Begriffs sind.
Die Fragen, die unsere Reihe aufwerfen und vermutlich nicht immer beantworten wird, lauten etwa: Wie kommt die Kunst in den Kopf (auf die Bühne, auf die Leinwand)? Verdankt sich der glückliche Einfall dem Zufall, der Ausdauer, einer erwerbbaren Kompetenz? Oder etwa einer Eingebung, die ihm aus der historischen Tiefe oder gar von ganz oben zuteil wird? „Das Wort Inspiration besitze keinerlei Bedeutung, bemerkt T.S.Eliot, wenn es nicht einschließe, dass der Dichter in seinem Werk weit mehr aussage, als er beabsichtige und sogar als er selbst zu verstehen in der Lage sei“, schreibt Martin Mosebach und fügt hinzu: „Der Künstler kennt den seltenen, manchmal ohne Hoffnung ersehnten Augenblick, in dem etwas Fertiggewordenes vor ihm liegt, dessen Vollendung, wie er mit Gewissheit sagen kann, sich nicht seinen eigenen Kräften verdankt.“ (Mosebach: Als das Reisen noch geholfen hat, München 2011, 349f). Ziel der Reihe besteht unter anderem darin, das Gespräch zwischen den verschiedenen Kunstrichtungen zu befruchten und dem Publikum die Erfahrung zu vermitteln, dass Kunst nicht allein das Gemachte ist, sondern tiefere Wurzeln hat.

Nachdem im vergangenen Jahr die Literatur (Durs Grünbein, Martin Mosebach und Peter Sloterdijk) und die Musik (Peter Michael Hamel, Wolfgang Rihm und Peter Ruzicka) im Fokus der Betrachtungen standen, widmet sich die zweite Staffel der Vorträge nun den anderen in der Akademie vertretenen Künsten.
Zum Auftakt spricht der Architekt Andreas Hild über "Das Produzieren von Ideen" - ein durchaus provokanter Titel, der bereits viel über das Verständnis und die Rolle von "Inspiration".

Der Baukunst folgen Veranstaltungen zum Theater, der Bildenden Kunst und dem Film.


Andreas Hild:
Vorträge, Publikationen und Kritiken in Porto, Delft, Harvard, Deutschland
Professur Technische Universität München seit 2013
Gastprofessur Technische Universität München 2012 | 2013
Lehrauftrag Technische Universität Darmstadt 2008 | 2009
Mitglied Gestaltungsbeirat Regensburg 2006 | 2012
Mitglied Stadtgestaltungskommission München 2005 | 2010
Mitglied Gestaltungsbeirat Bregenz seit 2005 | 2009
Gastprofessur Technische Universität Graz 2005 | 2006
Gastprofessur Kunstakademie Hamburg 2003 | 2004
Vorsitzender BDA Kreisverband München 2000 | 2002
Gastprofessur Fachhochschule München 1999 | 2001
Hild und K Architekten mit Dionys Ottl seit 1999
Gastprofessur Universität Kaiserslautern 1996 | 1998
Hild und Kaltwasser mit Tillmann Kaltwasser 1992 | 1998
Diplom an der Technischen Universität München 1989
Studium an der ETH Zürich 1987
geboren in Hamburg 1961