Montag, 22. März 2004, 19.30 Uhr
LIEDER LÜGEN NICHT (Tucholsky)
Eine kleine Kulturgeschichte des Schlagers von Rudi Schuricke bis Nicole
Vortrag von Rainer Moritz.
Musikalische Intermezzi: Joachim Kuntzsch, Klavier, Wiebke Huhs, Gesang
Eintritt: € 6,00 / erm. 4,00

 

Lieder lügen nicht - diese lapidare Feststellung Kurt Tucholskys, die auch in einem der größten Erfolge der Hochzeit des deutschen Schlagers widerhallt, ist das Motto unter das Rainer Moritz, noch Verlagsleiter bei Hoffmann und Campe und designierter Leiter des Literaturhauses in Hamburg, seine kleine Kulturgeschichte des Schlagers stellt.

In seiner tour d'horizon durch 70 Jahre Schlagergeschichte zeigt er, dass der Schlager stets mehr war als bloße Unterhaltungsmusik, dass er rückblickend immer auch als Spiegelbild seiner Zeit, der jeweiligen gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Verhältnisse verstanden werden kann.

Von einer Lilly Marleen, noch von der Kälte der Kriegstage umweht, über die alles wärmende, rote Sonne der Wirtschaftswunderjahre (die bei Capri versinkt), bis zu einem bisschen Frieden, der vor dem Hintergrund des Natodoppelbeschlusses und dem Höhepunkt der Friedensbewegung sogar den europäischen Schlager-Grand-Prix gewinnt.

Veranschaulicht werden Moritz' Überlegungen durch musikalische Intermezzi aus allen Epochen, vorgetragen von Wiebke Huhs und begleitet von Joachim Kuntzsch am Flügel.


Rainer Moritz, geboren 1958, ist promovierter Literaturwissenschaftler,
Leiter des Hoffmann und Campe Verlages, Vizepräsident der Marcel
Proust Gesellschaft und Autor unterschiedlichster Publikationen, darunter
"Das Buch zum Buch. Ein ABC der Leselust" (2002), "Und das Meer singt
sein Lied" (2004) und "Mit Proust durch Paris" (2004).


Joachim Kuntzsch, Pianist, Sänger, Sprecher.
1966-72 Studium Klavier, Gesang, Dirigieren, Pädagogik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.
1973-85 Musikalischer Leiter des Deutschen Schauspielhauses Hamburg.
Schauspieler u. a. in: "Pinocchio", "Schildbürger", "Weihnachten an der Front".
Musikalische Einstudierung und Leitung in u.a.: "Der gute Mensch von Sezuan", "Perichole", "Die Dreigroschenoper".
Liederabende u. a: "Nur jetzt nicht weich werden", Brecht-Programm; "Küchenlieder" mit Christa Berndl, Wolf-Dietrich Sprenger.
Vertonung der Stummfilme "Underworld" von Josef Sternberg und "The Temptress" mit Greta Garbo.
Verschiedene Hörfunk- und Fernseharbeiten.

Wiebke Huhs, geb. in Stuttgart, studiert seit Oktober 2001 an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg Gesang.
Zuvor absolvierte sie eine Tanz- und Schauspielausbildung in Stuttgart und Fürth. Im Jahr 2001 gewann sie den norddeutschen
Gesangswettbewerb "Stimmtreff" in der Sparte Chanson. Auf den Kleinkunstbühnen im süddeutschen Raum ist sie als "Nachtigall"
mit schwarzem Humor und klarer Stimme bekannt.
In Hamburg stand sie u. a. als "Lucilla" in Rossinis Oper "La scala die seta" und als "Aspasia" in Christinés Operette "Phi Phi" auf der Bühne.