Dienstag, 23. September 2003, 19.30 Uhr
In Zusammenarbeit mit dem Duo Sarasate
SCHOENBERG - ABER ANDERS

Eine kammermusikalische Bearbeitung der Gurre-Lieder
Martin von Hopffgarten
, Violoncello
Clemens Kröger, Klavier
Michael Ransburg, Sprecher

Auf der Bühne:
"Gurre" - Farbradierungen zu Schoenbergs Gurre-Liedern von Ernst v. Hopffgarten
Eintritt € 8,00 / erm. € 5,00

 

Anläßlich des 50. Todestages Arnold Schönbergs (1874 - 1951) haben der Cellist Martin von Hopffgarten und der Pianist Clemens Kröger auf Anregung des Graphikers und Bildhauers Ernst von Hopffgarten im Jahre 2001 begonnen, das dreiteilige Monumental-Oratorium "Gurrelieder" (komponiert von 1900 - 1911) für Violoncello und Klavier zu bearbeiten. Die Grundlage dafür lieferte der Klavierauszug von Alban Berg sowie die mächtige Originalpartitur Schönbergs.

Das Werk des Komponisten erfordert einen Klangkörper von insgesamt 600 Personen (3 vierstimmige Männerchöre und 1 achtstimmig gemischten Chor), 5 Solisten (Sopran, Mezzosopran, 2 Tenöre und Baß), Rezitator und eine Orchesterbesetzung, die an Stärke der einzelnen Instrumentengruppen alle Partituren übertrifft, die nach oder vor diesem Werk geschrieben wurden. Das Aufgebot umfaßt 8 Flöten, 5 Oboen, 7 Klarinetten, 3 Fagotte, 2 Kontrafagotte, 10 Hörner, 7 Trompeten, 7 Posaunen, Kontrabaßtuba, 4 Harfen, Celesta, zahlreichen Schlagzeug, darunter 6 Pauken und "schwere Eisenketten" und über 80 Streicher.
Schönberg vollendete die Komposition der Gurrelieder Anfang 1901 in Wien, die Instrumentation des III. Teils wurde 1911 in Berlin-Zehlendorf abgeschlossen, die Uraufführung fand am 23. Februar 1913 unter Franz Schreker in Wien statt.

Das Werk kommt in dieser Besetzung naturgemäß selten zur Aufführung.

Die literarische Grundlage der Gurrelieder ist in der Novelle "En cactus springer ud" von Jens Peter Jacobsen (1847 - 1885) enthalten, in der die mittelalterlichen Legenden vom Schloß Gurre erzählt wird: von der heimlichen Liebe des dänischen Königs Waldemar IV. zu Tovelille (kleine Taube), die im Auftrag der eifersüchtigen Königin Helvig getötet wird. Waldemar hadert ob dessen sogar mit Gott - " Herrgott deine Engelscharen / singen stets nur deinen Preis / Doch dir wäre mehr vonnöten / einer der zu tadeln weiß". Selbst verflucht muß er mit seinen Getreuen auf einer wilden Jagd durch die Nacht hetzen.

Zu Arnold Schönbergs Gurreliedern hat der Graphiker und Bildhauer Ernst von Hopffgarten 28 Farbradierungen geschaffen, die den Strukturen der
Musik, der Psychologie und der Poesie des Textes folgen, aber keinen nacherzählenden Charakter haben.

Ernst von Hopffgarten wurde 1948 in Meißen geboren und studierte Malerei und Druckgraphik an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Von 1991 bis 1993 arbeitete er bereits schon einmal an einer Folge von Radierungen zum Brief "Oenone an Paris" von Ovid. Seit 1996 arbeitet er im wendländischen Dorf Prezelle.