DIETER WEDEL
befragt von
WERNER GRASSMANN

Wollen wir noch den Zeitbezug in Film und Theater?

Dienstag, 19. November 2002, 19.30 Uhr
Eintritt: € 6,00 / erm. € 3,50


Am vergangenen Dienstag feierte Dieter Wedel seinen 60. Geburtstag. Die Freie Akademie der Künste nimmt dies zum Anlass, dem Regisseur, Drehbuchautor und Produzenten einen Abend zu widmen. Dieter Wedel gehört zu den wichtigsten und erfolgreichsten deutschen Fernsehregisseuren. Vor allem durch seine Fernsehmehrteiler wie Der König von St. Pauli, Der Schattenmann oder Der große Bellheim wurde er zum unangefochtenen Star dieses Genres.

Der im Titel der Veranstaltung angesprochene Zeitbezug hat in Wedels Filmen seit jeher einen hohen Stellenwert. Mit der Affäre Semmeling, der zeitversetzten Fortführung seines 1972 entstandenen ‚Standardwerks für Bauherren' Einmal im Leben, lieferte er zuletzt wieder eine hochaktuelle Geschichte um die Verquickung von Steuerärgernissen, Geldschulden, Senatspolitik und Intrigen.

Befragt von Werner Grassmann, Gründer und Inhaber des Abaton Kinos, spricht Wedel über seine Arbeit, seine Pläne und Ansichten zu aktuellen und künftigen Entwicklungen von Film- und Fernsehindustrie in Deutschland.

Grassmann und Wedel sind seit 1999 Mitglied der Sektion Medien der Freien Akademie.


Dieter Wedel, 1942 geboren, Sohn eines Ingenieurs und einer Pianistin, studierte in Berlin Theaterwissenschaften, Publizistik und Geschichte. 1965 Promotion zum Dr. Phil.. 1966 startete er als Autor und Hörspielregisseur bei Radio Bremen. Wedel leitete die Studentenbühne an der Freien Universität Berlin und inszenierte später im Berliner Amerikahaus und am Hebbeltheater. 1967 folgte er dem Ruf von Fernsehspielchef Dieter Meichsner zum Norddeutschen Rundfunk (NDR). Seit 1978 arbeitet er als freier Autor und Regisseur und drehte zahlreiche politisch-sozialkritische Fernsehspiele als Regisseur und Produzent. 1980 bis 85 inszenierte er am Hamburger Thalia-Theater unter anderem William Shakespeares "Macbeth" und Marcel Pagnols "Frau des Bäckers". Jüngstes Ereignis war seine hochkarätig besetzte Nibelungen-Inszenierung in Worms.